Nantesbuch

Kunst und Natur erleben

Parallele Praxisworkshops

Donnerstag, 5. März 2020, 11.00 Uhr

Parallele Praxisworkshops je 1,5 Stunden

Anmeldung zu den Workshops beim Check-In

Schwingungen, Wolken, Seifenblasen
Julius Bockelt und Sven Fritz, Atelier Goldstein

Das Atelier Goldstein der Lebenshilfe Frankfurt am Main e.V. ist eine international erfolgreiche Produktionsstätte der Kunst außerordentlich begabter Künstler mit Beeinträchtigung. Von 2014 bis 2016 waren Julius Bockelt und die Atelier Goldstein Künstlerin Julia Krause-Harder im Rahmen des KulturTagJahr der Stiftung Nantesbuch an der Frankfurter IGS Nord tätig. Seit 2017 ist Julius Bockelt im Rahmen der Goldstein Akademie, einer Initiative des Atelier Goldstein, als Dozent an Regelschulen tätig und derzeit einjähriger Schulkünstler an der Frankfurter IGS Süd. Sein inhaltliches Konzept beruht auf der Erkenntnis, dass Menschen mit Beeinträchtigung in der Lage sind, bedeutende Werke zeitgenössischer Kunst zu schaffen. Julius Bockelt beschäftigt sich mit Phänomenen der Natur und Physik. Er beobachtet, stellt nach und versucht die meist ephemeren Vorgänge festzuhalten und in seiner künstlerischen Arbeit nachzuvollziehen. Er zeichnet Schwingungen, beobachtet und archiviert Wolken, macht Seifenblasen haltbar und arbeitet mit experimenteller Fotografie. Der Ursprung dieser vielseitigen künstlerischen Praxis liegt in der Musik, genauer in der Überlagerung von Klängen und die dadurch entstehenden Schwingungen und Interferenzen. Nach einer kurzen Einführung in Bockelts Werk sollen die Teilnehmenden selbst diesen vergänglichen Phänomenen nachgehen.

https://www.atelier-goldstein.de/kuenstler/julius-bockelt/

Umweltbildung von innen verändern
Schule Klima Wandel, SV Bildungswerk

Die Klima-Botschafterinnen und Botschafter aus dem SV-Bildungswerk sind überall in ganz Deutschland unterwegs und geben Workshops an Schulen zu verschieden Themen des Klimaschutzes. Ziel ist es dabei, die Bildung für Nachhaltigkeit zu verstärken und Schule von innen zu verändern. Die Workshops werden überwiegend von und für Schülerinnen und Schüler gegeben. Lernen auf Augenhöhe – oder peer-to-peer education – versucht den Frontalunterricht aufzumischen und Schülerinnen und Schüler beim Wissensaustausch besser einzubinden. Dieser Praxis-Workshop handelt von unkonventioneller nachhaltiger Bildungsarbeit und Empowerment von jungen Menschen. Der Workshop wird von zwei Klima-Botschafterinnen und Botschaftern aus dem Verein durchgeführt. Es werden Lieblingsmethoden der Wissensvermittlung mit den Teilnehmenden geteilt.

https://www.schule-klima-wandel.de/

Summ Summ Summ
Sabine Schäffer-Leurpendeur, Tanz- und Kulturwerkstatt Ingolstadt

Tanztheaterworkshop vor dem Hintergrund des Romans „Die Geschichte der Bienen“

Wie lässt sich ein Thema oder eine Idee zuerst in das eigene Umfeld mitsamt Erfahrungen und dann über künstlerische Bearbeitung in ein neues Umfeld übertragen. Wie kann dadurch der eigene Blickwinkel und die Perspektive des Umfeldes geöffnet, erweitert, ergänzt, bereichert werden? Wie kann die Thematik eines Buches in Bewegung mit ihren unterschiedlichen Facetten umgesetzt und daraus ein Tanztheater kreiert werden, das im Idealfall sowohl Beteiligten als auch Zuschauern neue Zugänge zum Thema eröffnet? Der Workshop bietet einen ersten Einblick in die Arbeitsweisen des Zeitgenössischen Tanztheaters, zeigt, wie Bewegung, Tanz, Körpersprache und Persönlichkeit zu Szenen und Stücken werden können. Der erste Teil des Workshops führt in das Bewegungs-ABC des Tanztheaters ein, gibt auch einen kleinen Einblick in Bausteine wie Contact/Partnering, Body Percussion, Choreographie, Improvisation und Sprache. Im zweiten Teil erarbeiten die Teilnehmer mittels obigen Vokabulars in Kleingruppen erste Szenen zu den drei Zeitsträngen – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – mit denen sich der Roman zum Thema „Bienen“ beschäftigt. Am Ende werden die erarbeiteten Bausteine gemeinsam zu einem Gesamtwerk verwoben.

https://tanzwerkstatt.com/

Blätterwerke wachsen
Kristine Preuß und Manuela Büchting, Atelier Kunst & Natur, Museum Sinclair-Haus, Stiftung Nantesbuch gGmbH

Naturinspirationen in Kunst und ihrer Vermittlung

Wo überschneiden sich Bildende Kunst und Natur? Wie kann sich die Kunst naturwissenschaftlicher Herangehensweisen bedienen? Nach einem sinnlichen Workshop-Einstieg in der Natur entstehen Blätterwerke aus Papier und Naturmaterialien. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erforschen Materialien und verbinden sie unter Anleitung zu einem persönlichen Forscherheft. Anschließend werden Beispiele aus der Vermittlungspraxis vorgestellt, die sich in andere Arbeitsbereiche übertragen lassen. Ideen und Herangehensweisen aus der Vermittlung von Kunst und Natur werden anhand von Bildbeispielen erläutert. Dabei wird beleuchtet, wie sich bildende Künstlerinnen und Künstler mit Naturphänomenen auseinandersetzten und wie diese Herangehensweisen in der Kunstvermittlung eine Anwendung finden. Das Museum Sinclair-Haus der Stiftung Nantesbuch in Bad Homburg bei Frankfurt beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit der Vermittlung von Kunstwerken zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zum Thema Natur an Kinder, Jugendliche und Erwachsene.

https://www.museumsinclairhaus.de/atelier/angebote/

Draussen lernen - Die Kunst der Wahrnehmung
Martin Malkmus, Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern

Die Natur bietet uns eine Vielfalt an Möglichkeiten unsere Sinne wieder neu zu entdecken. Auf der Suche nach unseren Wurzeln gehen wir im „Wald baden“, entdecken in der Natur das Wilde in uns und kehren als Forscher und Entdecker reich beschenkt nach Hause zurück. Was bleibt hängen, hat uns inspiriert und arbeitet in uns weiter? Das Zentrum für Umwelt und Kultur im Kloster Benediktbeuern ist ein Bildungs- und Tagungszentrum. Bildungs- und Kulturangebote sollen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Wertschätzung und den Einsatz für das Leben in seiner ganzen Vielfalt vermitteln.

https://www.zuk-bb.de/zuk/home/

BNE live
Dilan Aytac, Noura Hammouda und Johannes Domnick, youboX in der Stiftung Bildung

Gestaltung von partizipativen Lerngelegenheiten und –räumen mit Kultur

In der Gestaltung von Lernangeboten im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zählen Partizipation und die Aktivierung von Teilnehmenden und ihrem Wissen ebenso zu den Grundsätzen gemeinsamen Arbeitens wie die Auseinandersetzung mit globalen Themen. Eine Methodenauswahl, die gesellschaftliche Machtverhältnisse innerhalb des Teilnehmendenkreises ausgleicht, ist dabei ein entscheidendes Gestaltungsinstrument. In einem Austauschformat möchten wir gemeinsam verschiedene Zielgruppen betrachten und auf Inhalte und Methoden schauen und live erleben. Wir möchten einen Raum für Perspektivwechsel schaffen: Was können (Jugend-)Beteiligung und kulturelle Bildung voneinander lernen und welche Ansätze schaffen Bildungszugänge?

Die youboX ist das BNE-Jugendbeteiligungsbüro der Stiftung Bildung und begleitet das youpaN - ein Jugend-Panel, das sich an der Umsetzung des Nationalen Aktionsplans BNE beteiligt. Das youpaN wurde im Sommer 2017 auf der youcoN gegründet und ist gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, in ihm sitzen 25 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren aus ganz Deutschland.

https://youpan.de/

Untilled (Unkultiviert / Unbeackert)
Karin Bergdolt, Künstlerin

Karin Bergdolt ist Künstlerin und beschäftigt sich in ihrer Arbeit mit dem öffentlichen Raum und der Natur. Sie ist nicht nur in verschiedenen Kontexten als Kunstvermittlerin tätig, sondern beschäftigt sich auch theoretisch mit Kunstvermittlung als Konzept. In ihrem Workshop geht es daher weniger um die „Vermittlung von Kunst“ sondern, um „Kunst als Vermittlung“. Kunst, verstanden als Vermittlung, erfordert eine langfristige Auseinandersetzung und ein tiefes Verständnis für natürliche Prozesse. Natur ist für sie dabei ein Ort der Wertschätzung, individuellen Wahrnehmung und gesellschaftlichen Entwicklung und somit viel mehr als nur Pflanzen- oder Tierwelt. Der Workshop beleuchtet dieses Vermittlungsmodell und möchte anhand dessen im gemeinsamen Tun und Dialog Wege aufzeigen, welchen Raum Kunst und Natur im Bildungsbereich einnehmen kann. Durch die Auflösung der Grenzen der Konzepte Kunst, Natur und Bildung wird letztlich die Frage gestellt, wieviel Natur die Gesellschaft bereit ist, auszuhalten.

http://www.karin-bergdolt.de/

Lust, die Welt zu erkunden?
Ulrike Kohlmeier, Studienrätin und Prozessbegleiterin

Sowohl für Lehrende als auch für Lernende scheint es angesichts von genormten Kompetenzorientierungen oft keinen Platz für die Entdeckung der Welt zu geben. Die Methode des Ästhetischen Forschens ist eine Möglichkeit, im persönlichen wie beruflichen Alltag den subjektiven Zugang zu den Dingen nicht zu verlieren. Forschen bezeichnet im Allgemeinen eine Betätigung, die zur Wissenserweiterung betrieben wird. Grundsätzlich verstehen wir unter Forschung eine rationale, kognitive Herangehensweise an einen Forschungsgegenstand, der darauf abzielt, eine möglichst objektive Antwort auf eine gegebene Frage zu finden. Die Gefühle und Intuition des Forschers stehen im Hintergrund. Ganz anders ist es beim künstlerischen Forschen. Zentral ist die subjektive Perspektive des Forschers. Ausgehend von einer Forschungsfrage, die unbedingt einen direkten Bezug zum Forscher braucht, beschreitet er einen individuellen Weg. Hierzu darf er Impulsen und Gefühlen folgen. Das Gelände von Nantesbuch bietet einen spannenden Erfahrungsraum, die Methode in Theorie und Praxis kennenzulernen.

Ulrike Kohlmeier leitete ab 2003 das für die kulturelle Bildung wegweisende MUS-E Programm der Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland in mehreren Bundesländern. Zusammen mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung gestaltete sie die inhaltliche Ausrichtung des von der PwC-Stiftung geförderten Projektes „Kultur.Forscher!“ zur ästhetischen Forschung. Im Weiterbildungsmaster „Kulturelle Bildung an Schulen“ der Philipps-Universität Marburg begleitet sie die Studierenden im Projektmodul „Kulturelle Praxis“. Sie unterrichtet am Theresien-Gymasium München die Fächer Deutsch und Sport und leitet die Theaterklasse.