Nantesbuch
SONDERVERANSTALTUNG

Anthropozän-Nachmittagspaket (Samstag)
Die zwei Nachmittagsveranstaltung im Paket

Bild: Thomas Dashuber
Bild: Thomas Dashuber

Samstag-Nachmittagspaket 

15.00 Uhr
Glück und Apokalypse
Der Marienkäfer im Brennglas des Anthropozän

Geführter Spaziergang um das Lange Haus und Art-Talk
zu „Ossobello“ (2013) von Bertozzi und Casoni
Mit Joachim Strobel und Jörg Garbrecht

Der Mensch denkt gern, als Krönung der Schöpfung Natur und Weltenlauf bestimmen zu können. Dabei vergisst er, dass er in der Unterzahl ist. Kommen doch auf jeden Menschen gut 1,4 Milliarden Insekten. Die artenreichste Ordnung unter diesen bilden die Käfer. 400.000 Arten besiedeln fast alle Lebensräume der Erde. Einer der sympathischsten Vertreter ist der Marienkäfer. Der rote Krabbler gilt uns als gern gesehener Glücksbringer und ist doch unmittelbar Leidtragender des menschengemachten globalen Insektensterbens. Zwar wird ihm prognostiziert, von der gefürchteten Erderwärmung durch seine Anpassungsfähigkeit noch zu profitieren, doch rückt ihm der eingeschleppte asiatische Marienkäfer als aggressiver und überaus potenter Konkurrent existenziell zu Leibe. Asiatische Marienkäfer überwintern in großen Kolonien mit zehntausenden Tieren. Eine solche ist während eines Spaziergangs um das Lange Haus zu besichtigen.
Unzählige Marienkäfer krabbeln auch auf dem Haufen ausgeblichener menschlicher Knochen und Schädel, der während der Anthropozän-Tage im Langen Haus zu bestaunen ist: Eine hyperrealistische Keramik des italienischen Künstlerduos Bertozzi und Casoni mit dem Titel „Ossobello“ (Schöner Knochen).

„Wir Menschen sind nur für kurze Zeit hier“, sagt der Wissenschaftsjournalist und Autor David MacNeal über Käfer und Insekten: „Es ist beruhigend, dass es etwas gibt, das uns um Millionen von Jahren überleben wird.“ So kristallisieren sich in dem vertrauten, nur fünf Millimeter kleinen Marienkäfer die großen Themen des Anthropozäns: Die Beziehung zwischen Mensch, Kultur und Natur oder die Suche nach der Schuld für die umwälzenden Veränderungen, z.B. durch das Einschleppen invasiver Arten. Nicht zuletzt trifft hier die grausame Realität des weltweiten Artensterbens auf die apokalyptische Vision der Extinktion menschlichen Lebens.


17.30 Uhr
Technik, Erde, Mensch und Macht 
Der Anthropozän-Begriff und seine Geschwister

Impulsvorträge, Gespräch und Publikumsdiskussion
Mit Helmuth Trischler, Elmar Flatschart und Christopher Schrader

Die Diskussion um das Zeitalter des Menschen hat nach den Geo- und Naturwissenschaften längst auch die Geistes- und Sozialwissenschaften erreicht. Dies ist nicht verwunderlich, beeinflussen doch die Umweltveränderungen mittlerweile fast alle Aspekte des Lebens und Zusammenlebens auf der Erde. Auch in den Medien wird die Thematik mittlerweile breit diskutiert.

Im Laufe der Debatte um das Anthropozän haben sich zahlreiche Konzepte und Begriffe entwickelt, die die Auswirkungen anthropogenen Handelns terminologisch zu fassen versuchen. Besonders plakativ tut dies das „Kapitalozän“, aber auch Bezeichnungen wie „Technozän“, „Plantationocene“ oder „Chthuluzän“ beschreiben Wirkzusammenhänge unserer Zeit. Was verbirgt sich hinter diesen Begriffen? Welche Dimensionen hat das Anthropozän mittlerweile erreicht? Gibt es das Mega-Konzept oder den Meta-Begriff, der die Ursachen menschlichen Einwirkens auf die Erde, das in Stein gemeißelt scheint, am besten erfasst?

Nach Impulsvorträgen diskutieren Helmuth Trischler, Elmar Flatschart und Christopher Schrader.

Prof. Helmuth Trischler ist Bereichsleiter Forschung des Deutschen Museums, Professor für Neuere Geschichte und Technikgeschichte an der LMU München und Direktor des Rachel Carson Center for Environment and Society. Er hat mit „Willkommen im Anthropozän. Unsere Verantwortung für die Zukunft der Erde“ die weltweit erste große Ausstellung zum Thema Anthropozän organisiert, die 2014 bis 2016 im Deutschen Museum gezeigt wurde.
Dr. Elmar Flatschart ist Politikwissenschaftler und Lektor an den Universitäten Innsbruck und Wien. Seine Forschungsschwerpunkte sind Wissenschaftsphilosophie, Staats- und Demokratietheorie und Theorien des Naturverhältnisses sowie Theorien der emanzipatorischen Praxis. 
Christopher Schrader ist seit 28 Jahren Wissenschaftsjournalist. Dabei hat er für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften geschrieben, u.a. für GEO Wissen und die Süddeutsche Zeitung. Seine Themenschwerpunkte sind Klimaforschung, Energietechnik, Umwelt, Physik und Geowissenschaften. 2016 wurde ihm von der American Association for the Advancement of Science der Kavli Prize for Science Journalism verliehen.

Details

Samstag, 05.12.20
15.00 Uhr
Einlass: 14.00 Uhr

Regulär 18 €
Reduziert 14 €
Die Wahl zwischen regulärem und reduziertem Kostenbeitrag liegt im Ermessen der Teilnehmer.

Buchen

Durchgehend gastronomisches Angebot an allen Veranstaltungstagen.

Veranstaltungsort

Bad Heilbrunn: Langes Haus

Karpfsee 12
83670 Bad Heilbrunn

Transfer

Transfer ab U3/P&R Aidenbachstraße München 13.10 Uhr (Fahrtzeit ca. 50 Minuten) und ab Bhf. Penzberg 13.50 Uhr (Fahrtzeit ca. 10 Minuten). Rückfahrt ab Langes Haus 19.00 Uhr.

Kontakt

+49 (0)8046 2319 115 veranstaltungen@stiftung-nantesbuch.de

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