Nantesbuch
SONDERVERANSTALTUNG

Theater des Anthropozän
Requiem für einen Wald - Szenische Lesung mit Gästen aus Wissenschaft und Forstwesen

Requiem für einen Wald, Meiting Shi, Bild: Mark Lammert
Requiem für einen Wald, Meiting Shi, Bild: Mark Lammert

Mit dem Erdzeitalter des Anthropozän beginnen sich die ökologischen Parameter zu verschieben. Nichts von dem, was in Bezug auf Klima, Fauna und Flora selbstverständlich schien, ist es heute mehr. Diese Veränderung der Rahmenbedingungen macht den Wald zum tragischen Protagonisten der Stunde. Der weltweite Klimawandel betrifft alle noch so unterschiedlichen Wälder der Erde und zieht sie zu einem globalen Katastrophenszenario zusammen. Immer wieder berichten die Nachrichten von verheerenden Bränden: ein Feuerring in Afrika wird von Brandmeldungen im Amazonasgebiet abgelöst, auf den gewaltige Buschfeuer in Australien folgen.

Die szenische Lesung „Requiem für einen Wald“ wendet sich der kulturgeschichtlichen Verbindung von Menschen und Wäldern zu. Schon der älteste erhaltene Text der Weltliteratur, das Gilgamesch-Epos der Sumerer erzählt von einem erbitterten Kampf zwischen Wald und Mensch. Die nordische Edda weiß, dass wenn Yggdrasil der Weltenbaum zu Grunde geht, auch das Menschengeschlecht seinem Ende entgegensieht. In Heiner Müllers Hydra kämpft der Jäger gegen einen Wald, der zugleich ein Untier ist. In allen diesen Epen ist der Wald niemals nur Objekt, sondern immer auch Akteur. Der frühe amerikanische Naturschützer John Muir hatte eine Antenne für die Individualität der Baumarten. In dem 2019 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten „Baum“-Roman „Die Wurzeln des Lebens“ von Richard Powers spricht eine Wissenschaftlerin mit einem Mammutbaum, um ihm zu danken. Im Traumwald erfrieren die Tiere, wenn wir nicht mehr die Kraft aufbringen, in ein lebendiges Verhältnis zum Wald und seinen Bewohnern zu treten. Auch andere Kulturkreise wissen, dass man nur das verteidigen und lieben kann, was man kennt und erklären den Baum zum Sehnsuchtsort.
Mit poetischen Sequenzen und wissenschaftlichen Betrachtungen nähert sich das Theater des Anthropozän seinen ökologischen Themen und Motiven an. Renommierte Schauspieler stehen mit Vertretern großer deutscher Forschungsinstitute auf der Bühne: Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts und Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2018, erläutert Bildung und Funktion des Waldes aus erdgeschichtlicher Sicht; Gabriela Lobinger von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft spricht über die aktuelle Gefahrenlage der Wälder.

Der Abend begibt sich erdgeschichtlich wie literarisch, vertikal wie horizontal auf die Reise, um eine verwandelte Sicht auf den Wald als lokalen und globalen Akteur anzuregen und damit das Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt neu zu begründen.
Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein Publikumsgespräch statt.

Das Theater des Anthropozän ist eine gemeinsame Initiative der Humboldt-Universität zu Berlin und des Alfred-Wegener-Instituts.


Requiem für einen Wald
Szenische Lesung
Mit Gästen aus Wissenschaft und Forstwesen
Prof. Dr. Antje Boetius, Dr. Dr. habil. Gabriela Lobinger

Schauspieler – David Bennent, Claudia Burckhardt,
Meiting Shi, Leopold von Verschuer
Bühne – Mark Lammert
Konzeption und Szenische Einrichtung – Antje Boetius, Frank Raddatz

Details

Freitag, 04.12.20
20.00 Uhr
Einlass: 19.30 Uhr

Regulär 22 €
Reduziert 16 €
Die Wahl zwischen regulärem und reduziertem Kostenbeitrag liegt im Ermessen der Teilnehmer.

Buchen

Durchgehend gastronomisches Angebot an allen Veranstaltungstagen.

Veranstaltungsort

Bad Heilbrunn: Langes Haus

Karpfsee 12
83670 Bad Heilbrunn

Transfer

Transfer ab U3/P&R Aidenbachstraße München 18.40 Uhr (Fahrtzeit ca. 50 Minuten) und ab Bhf. Penzberg 19.20 Uhr (Fahrtzeit ca. 10 Minuten). Rückfahrt ab Langes Haus 22.30 Uhr.

Mit

Kontakt

+49 (0)8046 2319 115 veranstaltungen@stiftung-nantesbuch.de

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