Nantesbuch
MOOSBRAND - LITERATUR- UND MUSIKFEST

Vom Ursprung der Tage
Lyrik-Matinee mit John Burnside; Axel Milberg liest Vladimir Nabokov

Axel Milberg, Bild: Jim Rakete
Axel Milberg, Bild: Jim Rakete

Der Gruß der Philosophen untereinander sollte sein: „Lass dir Zeit.“ Diese Einsicht von Ludwig Wittgenstein sollte eigentlich für alle Menschen zutreffen, auf jeden Fall aber für alle Künstler. Denn es braucht Zeit, die vorhandene Welt im Kunstwerk nicht nur neu zu kombinieren, sondern sie neu zu erschaffen. Dazu jedoch sollte der Künstler die vorhandene Welt kennen, das braucht Langmut, Geduld, Genauigkeit. Ganz im Gegensatz zur Ungeduld, die mehr und mehr um sich greift, hervorgerufen durch die Beschleunigung aller Arbeitsprozesse, der Kommunikationswege und damit der Lebenswelt. Wo einst der Rhythmus der Natur die Kultur beeinflusste, ist es heute der Stress der Geschwindigkeit, der drohende Kollaps.

Zeit im Überfluss ist in der Kindheit vorhanden. Alle Eindrücke können sich dann tief ins Gedächtnis senken: der Duft des Grases, der Blick aus dem Zimmer, das Bild über dem Bett. Die Kindheit kann ein Paradies sein, so wie es Vladimir Nabokov erlebte.

Die Kindheit kann eine Hölle sein, so wie sie John Burnside durchmachte, von der er sich schreibend befreite. Beides ist die Quelle, von der aus sich ihr Schreiben entwickelt. Beide versuchen ein wenig Licht in das Dunkel zu beiden Seiten des Lebens zu bringen, um von dort aus das menschliche Dasein zu erhellen. Vielleicht rührt daher auch ihr Interesse an Geisterkunde. Beide sind Sammler, Nabokov sammelt Sonnenuntergänge, Schmetterlinge, Worte. Burnside sammelt das helle Licht, beobachtet Bienen, findet Verse.


11.00 Uhr - Eingangshalle
Lesung 
John Burnside: „In the Name of the Bee“ 
Einführung und Lesung der deutschen Übersetzung 
„Im Namen der Biene“: Iain Galbraith

Im Namen der Biene
Der Romancier, Lyriker und Essayist John Burnside ist ein großer Humanist, der in Sorge ist um unsere Erde und ihre Bewohner. Er schreibt über die Musik des Bienenstocks, über den Übergang von Leben und Tod und die Verwandlung am Ende der Tage in das Leben der Anderen. Er erinnert an alte Bräuche und Mythen in Gedichten voller sinnlicher Askese, und wir erkennen: all die Schönheiten und die Mannigfaltigkeit der Dinge sind von Verlust und Lieblosigkeit bedroht. Die Bienen sind ein Symbol für das Leben. Iain Galbraith hat die Gedichte in eindringliche Bilder und Verse übersetzt. 


12.00 Uhr – Eingangshalle
Lesung mit Musik
Axel Milberg liest Vladimir Nabokov: „Erinnerung, sprich“
Klenke Quartett mit Werken von Germaine Tailleferre und Erwin Schulhoff
Annegret Klenke, Violine
Beate Hartmann, Violine
Yvonne Uhlemann, Viola
Ruth Kaltenhäuser, Violoncello

Erinnerung, sprich
Vladimir Nabokovs Nährboden ist das Russland seiner Kindheit. Ihm gelingt in „Erinnerung, sprich“ eine Aufhebung der Zeit durch die genaueste Befragung der längst vergessen geglaubten Dinge. Lesend zaubert Axel Milberg den ganzen Kindheitskosmos herbei. „Am meisten genieße ich die Zeitlosigkeit, wenn ich unter seltenen Schmetterlingen und ihren Futterpflanzen stehe. Das ist Ekstase, und hinter der Ekstase etwas anderes, schwer erklärbares. Es ist wie ein kurzes Vakuum, in das alles strömt, was ich liebe.“ Nabokovs Lebenserinnerungen werden in Musik seiner Zeit gebettet: Streichquartette der französischen Komponistin Germaine Tailleferre aus dem Jahr 1919 und von Erwin Schulhoff von 1923.


Vor und nach der Veranstaltung werden Getränke und Speisen angeboten. 

Shuttle ab München und Penzberg 
Zu der Veranstaltungen besteht ein Bus-Shuttle-Angebot ab München und Penzberg. Beim Kauf der Eintrittskarte kann ein Shuttle-Ticket dazu erworben werden (3 €). 
Shuttle ab München: P&R Aidenbachstraße (Gmunder Str. 40, 81379 München) um 09.20 Uhr / Rückfahrt ab Langes Haus um 14.30 Uhr (Fahrzeit von ca. 60 Minuten) 
Shuttle ab Bhf. Penzberg um 10.05 Uhr / Rückfahrt ab Langes Haus um 14.30 Uhr (Fahrzeit ca. 15 Minuten)

Details

Sonntag, 22.09.19
11.00 Uhr
Einlass: 10.15 Uhr

Regulär 30 €
Ermäßigt 24 €

Ausgebucht

Veranstaltung abgelaufen, keine Buchung mehr möglich.

Eingangshalle

Veranstaltungsort

Bad Heilbrunn: Langes Haus

Karpfsee 12
83670 Bad Heilbrunn

Shuttle

Shuttle ab P&R Aidenbachstraße München U3 9.20 Uhr (Fahrzeit ca. 55 Minuten) und ab Bhf. Penzberg 10.05 Uhr (Fahrzeit ca. 15 Minuten). Rückfahrt ab Langes Haus 14.30 Uhr (3 €)

Mit

Kontakt

+ 49 (0)8046 2319 115 veranstaltungen@stiftung-nantesbuch.de

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