Nantesbuch
MOOSBRAND - LITERATUR- UND MUSIKFEST

L'Infinito - Das Unendliche
von Giacomo Leopardi – Lesung und Konzert mit Corinna Harfouch und dem Kuss-Quartett

LESUNG UND KONZERT
Corinna Harfouch
Giacomo Leopardi (1789 – 1837) Canti und Operette Morali, Gedichte und Dialoge

Kuss-Quartett
Franz Schubert (1797 – 1828) 
Streichquartett Nr. 14 „Der Tod und das Mädchen“
Jana Kuss, Violine,  
Oliver Wille, Violine
William Coleman, Viola
Mikayel Hakhnazaryan, Violoncello

Jenseits des Horizonts

Das letzte Gedicht dieser Matinee trägt den Titel „L’Infinito – Das Unendliche“, geschrieben vom italienischen Grafen Giacomo Leopardi, der ein kurzes Leben von 1798 bis 1837 lebte und vielen als wichtigster italienischer Dichter nach Francesco Petrarca und Dante gilt. Dieses Gedicht liest sich wie die Beschreibung einer Erfahrung, in deren Verlauf der scheinbar sichere Ort, von dem aus die Welt zu überblicken ist, sich in das Unendliche auflöst. Was ist das Unendliche?  Das Unendliche ist jenseits der Grenze des von uns zu Überschauenden, es ist etwas Unbestimmtes. Dieses unbestimmt Unendliche hat eine Heimat:  in der Sprache der Poesie, der Musik, der Kunst.


Das Nichts ist die Ursache aller Dinge

Giacomo Leopardi führt das Elend der Menschheit auf die Entfremdung zurück. Die abstrakte, wissenschaftlich-technische Rationalität leite mit ihren destruktiven, desillusionierenden Effekten in den Nihilismus. Der moderne Realismus, so Leopardi, vernichte Phantasie, Affektivität und Empathie, Fähigkeiten, die der Mensch brauche, um die Endlichkeit seiner Existenz zu transzendieren. „Letztlich ist das Nichts die Ursache aller Dinge“, bekennt der Dichterphilosoph und wendet sich der Welt  des Imaginären, also der Kunst zu, die eine intuitive, ganzheitliche Betrachtung der Dinge untereinander ermögliche. Die sinnliche Wahrnehmung der Welt bringt er in seinen Canti zum Ausdruck. Die Operette Morali sind poetische Dialoge zu Fragen der Existenz und ihrer ontologischen Grundlage wie das Streitgespräch zwischen Natur und Seele und Lob der Vögel. 
„Die Welt ist voller Irrtümer, und die erste Sorge des Menschen muß sein, die Wahrheit zu erfahren“, so wird die Schauspielerin Corinna Harfouch die morgendliche Veranstaltung beginnen.

Grenzenlose Räume

So wie Giacomo Leopardi in seinen Gedichten grenzenlose Räume der Imagination errichtete, die aus Nahen und Entfernen, Anklingen und Verströmen, aus Trost, Schmerz und Schönheit bestehen, so hat Franz Schubert mit „Der Tod und das Mädchen“ den wohl ergreifendsten Totentanz in der Musik erschaffen. 

Das Mädchen klagt:  
„Vorüber! Ach vorüber! / Geh, wilder Knochenmann! / 
Ich bin noch jung, geh Lieber! / Und rühre mich nicht an.“ 


Der Tod schmeichelt: 
„Gib deine Hand, du schön und zart Gebild! / 
Bin Freund und komme nicht zu strafen. /  
Sei gutes Muts! Ich bin nicht wild, / 
Sollst sanft in meinen Armen schlafen!“ 

Diesen so traurigen wie sanften, so morbiden wie verlockenden Dialog hat Matthias Claudius gedichtet. Franz Schubert komponierte danach das Lied „Der Tod und das Mädchen“, das dann Thema des zweiten Satzes wurde und dem Quartett seinen Namen gab. 
In Nantesbuch wird es vom Kuss-Quartett vorgetragen, das seit mehr als zehn Jahren weltweit in den großen Konzertsälen der Musikwelt zu hören ist.

Achtung! Veranstaltung wurde um 30 Minuten vorverlegt. Neuer Beginn 11.00 Uhr (statt wie bisher 11.30 Uhr)

Details

Ausgebucht

Termin geändert

Sonntag, 24.09.17
11.00 Uhr
Einlass: 10.30 Uhr

Erwachsene 25 €
Ermäßigt 20 €

Veranstaltung abgelaufen, keine Buchung mehr möglich.

Veranstaltungsort

Bad Heilbrunn: Langes Haus

Karpfsee 12
83670 Bad Heilbrunn

Mit

Kontakt

+ 49 (0)8046 2319 115 veranstaltungen@stiftung-nantesbuch.de

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