Nantesbuch
MOOSBRAND - LITERATUR- UND MUSIKFEST

Erste Erde. Epos.
Lesungen, Gespräche und Konzert zu Raoul Schrott - mit abendlichem Konzert der Musicbanda Franui

Ein Tag rund um Raoul Schrotts Epos mit abendlichem Konzert der Musicbanda Franui

TAG


11.30 Uhr
KONZERT
Duo Homburger Guy
Maya Homburger, Violine; Barry Guy, Bass
Veni Creator Spritus, Hymne (9. Jahrhundert)
H. I. F. Biber (1644 – 1704) „Verkündigung“ aus der Rosenkranzsonate I György Kurtág (* 1926) „Und so geschah es“
Barry Guy (* 1947) „Breathing Earth“ für Violine und Bass


LESUNG
Raoul Schrott (* 1964)
liest aus „Erste Erde. Epos“
„Erstes Licht I“


KONZERT
Barry Guy „Peace Piece“ für Bass solo
H. I. F. Biber „Die Kreuztragung“ Rosenkranzsonate IX
mit Interlude von Barry Guy

GESPRÄCH
Raoul Schrott und Josef M. Gaßner 
Wie funktioniert die Welt?

ca. 13.30 Uhr Pause

15.00 Uhr
KONZERT 
Barry Guy „Aglais“ für Violine und improvisierenden Bass 

LESUNG 
Jens Harzer liest W. G. Sebald (1944 – 2001)
„Nach der Natur“
„Und blieb ich am äußersten Meer“

KONZERT 
György Kurtág „Hommage à J.S.B.“ für Violine und Bass
H. I. F. Biber „Die Darstellung Jesu im Tempel“ Rosenkranzsonate IV

ca. 16.30 Uhr Pause

17.00 Uhr 
GESPRÄCH
Raoul Schrott und Joachim Reitner
Was ist das Leben?

ca. 18.00 Uhr Pause

ABEND

19.00 Uhr 
NAMLOS
KONZERT UND LESUNG
Raoul Schrott liest aus „Erste Erde. Epos“ 
„Namlos – Anfang und Ende von Welt“
Franui Musicbanda
Kompositionen von Franz Schubert (1797 – 1828), Robert Schumann (1810 – 1865), Gustav Mahler (1860 – 1911) und Alban Berg (1885 – 1935)
Ein Projekt für Nantesbuch 

Ausklang bei einem Glas Wein

(Abend auch separat buchbar)

TAG

im anfang war nichts, in dem nichts geschah 

Kein anderer Schriftsteller verschiebt die Grenzen seines Schreibens so konsequent und kompromisslos in andere Wissens- und Wissenschaftsgebiete wie Raoul Schrott. Mit „Erste Erde. Epos“ unternimmt er den Versuch, wissenschaftliche Erkenntnis literarisch umzusetzen und sie in einzelnen Lebensgeschichten erzählerisch darzustellen. In anschaulichen und eindrücklichen Bildern schreibt er, wovon die Wissenschaft in abstrakter Terminologie handelt. Eine seiner Reisen zu den für unsere Welt- und Menschheitsgeschichte relevanten Grabungsorten und Fundstellen schildert Raoul Schrott in der Erzählung „Erstes Licht I“: Der letzte mündliche Weltschöpfungsmythos stammt von den Maori und entstand um 1850. Vermittelt wird er von der gerade schwanger gewordenen Ahellegen Moore, die von einem Gang mit ihrem Mann in die Höhlen von Waitomo berichtet, wo Glühwürmchen unterirdische Universen aufleuchten lassen. 

Wie funktioniert die Welt?

Der Astrophysiker, Mathematiker, Kosmologe und Grundlagenforscher Josef M. Gaßner von der Hochschule Landshut sucht in seiner Forschung nach einer Antwort auf die Frage: Wie funktioniert die Welt? Warum sind die Naturkonstanten so, wie sie sind. „Vielleicht ist es evolutionär gar kein Zufall, dass wir über Gehirne verfügen, die uns all diese Erkenntnisse ermöglichen. Vielleicht ist Demut gegenüber unserer Welt sogar dringend notwendig, um als Spezies langfristig zu überleben.“ 

Breathing Earth

Eine Forschungsreise nennen Maya Homburger und Barry Guy ihr Konzert: Alte Musik, feinste spirituelle Barockmusik, Neue Musik und Jazz beleben einander. So entsteht ein Kontrast zwischen Alt und Neu, ein Nebeneinander, dessen Berührungspunkte im rein Klanglichen und in der uralten Frage nach dem Woher und Wohin zu suchen sind. Die liedhaften, tänzerischen Rosenkranzsonaten verbinden höchste Virtuosität mit Andacht, die spirituell und meditativ wirkt. Ihren besonderen Klang erhalten sie durch Skordaturen, das Umstimmen der Saiten. Schließlich offenbart sich ein Zusammenschluss: In „Breathing Earth“ zitiert Barry Guy die Rosenkranzsonate von H. I. F. Biber. „It resonates with the same exploratory flavour, joining technical brillance with spirituality, that Biber cultivated to such enticing effect three and a quarter centuries ago“, schreibt dazu die BBC. 

Schwer zu verstehen / Ist nämlich die Landschaft 

„Ein Elementargedicht“ nannte W. G. Sebald sein Triptychon „Nach der Natur“, das 1988 erschien. Der Schauspieler Jens Harzer liest daraus den Mittelteil, ein poetisches Porträt des Naturforschers Georg Wilhelm Steller, der Vitus Bering auf dessen letzter Expedition nach Alaska begleitete. Sebald benennt den Konflikt zwischen Mensch und Natur: Fortschritt und Erkenntnis sind endlich, denn die Natur des Menschen ist endlich, von der Sterblichkeit begrenzt. Gleichzeitig ist es die Natur des Menschen, gegen diese Grenze anzugehen – er zerstört damit die Natur und somit sich selbst. Die Dialektik zwischen Zerstörung und Hoffnung auf Rettung durchzieht das gesamte Werk von W. G. Sebald. 


Doch was ist das Leben?

Landschaften lassen sich auf vielerlei Weisen lesen, auch als geologische Überschreibungen. Die Entstehung der Alpen kann beispielsweise als eine solche Überschreibung gelesen werden. Auch eine Reise zu den Inuit erweitert den Blick auf die Alpen. Das Leben auf der Erde ist nach heutigem Kenntnisstand etwa vier Milliarden Jahre alt. Doch was ist Leben? Über die Alpen als einem Fenster in die Vergangenheit der Evolution spricht Raoul Schrott mit dem Göttinger Paläontologen und Geobiologen Joachim Reitner, der ein Experte für die erdgeschichtlich frühe Evolution der Vielzeller ist. 


ABEND

Namlos


Ein literarisch-musikalischer Abend vom Anfang und Ende von Welt. 
In dem Kapitel „Namlos“ seines „Erste Erde. Epos“ beschreibt Raoul Schrott die Entstehung der Alpen, als sich der europäische unter den afrikanischen Kontinent schob. Die Berge sind versteinerte Zeugnisse vorübergehender Gestaltungsformen der Erde: „es gibt kein ‚und’ weil sich alles aneinanderreiht – und es gibt auch kein ‚dann’ weil es kein ziel gibt – es geht derart allmählich vonstatten dass in unseren begriffen gar nicht zu sagen ist wann etwas anfängt und wann es wieder aufhört“, schreibt Raoul Schrott. 
Dazu entwirft die Osttiroler Franui Musicbanda eine musikalische Klammer, die eine Brücke zwischen Folklore, Klassik und Jazz baut. So begegnet man Franz Schuberts Wanderer „vom Gebirge her“, wunderschönen alpinen Trauermärschen oder vom jungen Alban Berg in Musik gesetzten Versen von Joseph von Eichendorff: „Es wandelt, was wir schauen“. Ein klingendes Mosaik, das immer wieder zu dem Schluss kommt: „Ich wandre fremd von Land zu Land / So heimatlos, so unbekannt“.

Details

Samstag, 23.09.17
11.30 Uhr
Einlass: 10.30 Uhr

Normal 35 €
Ermäßigt 28 €

Veranstaltung abgelaufen, keine Buchung mehr möglich.

Veranstaltungsort

Bad Heilbrunn: Langes Haus

Karpfsee 12
83670 Bad Heilbrunn

Mit

Kontakt

+ 49 (0)8046 2319 115 veranstaltungen@stiftung-nantesbuch.de

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Sibylle Canonica, Bild: Christin Losta
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Veranstaltung abgelaufen, keine Buchung mehr möglich.

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23.09.17

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Ausgebucht

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Ausgebucht

Termin geändert

Ausgebucht

Termin geändert

Achtung! Veranstaltung wurde um 30 Minuten vorverlegt. Neuer Beginn 11.00 Uhr (statt wie bisher 11.30 Uhr)

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