Nantesbuch

Das Lange Haus
auf der Hofstelle Karpfsee

Das Lange Haus auf der Hofstelle Karpfsee, Ansicht von West  Stefan Müller-Naumann

Das Lange Haus in Karpfsee ist das erste Bauprojekt der Stiftung Nantesbuch auf ihrem Gelände. Ein Ort der Begegnung mit Kunst und Natur. Im Juni 2017 wurde es eingeweiht. Architekt Florian Nagler hat hierfür die bestehende Hofstelle Karpfsee neu belebt und Bestand, Tradition, Modernität und Nachhaltigkeit an diesem Ort vereint. Mit dem Zusammenschluss der beiden zentralen Hofgebäude entsteht eine ungewöhnliche Verbindung von Landwirtschaft und Veranstaltungsbetrieb in einem Gebäude.

Informationen zum Langen Haus als Veranstaltungsort und Gästehaus, Anfahrt

Impressionen

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Das Lange Haus, Ansicht von Südwest  Stefan Müller-Naumann
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Ansicht von West  Stefan Müller-Naumann
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Ansicht von Nordwest  Stefan Müller-Naumann
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Ansicht von Nord  Thomas Dashuber
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Blick durch den Landwirtschaftstrakt
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Blick auf die Terasse Westseite  Stefan Müller-Naumann
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Blick von Südost  Thomas Dashuber
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Brunnen vor dem Langen Haus  Thomas Dashuber
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Blick in die Eingangshalle  Stefan Müller-Naumann
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Blick in die Eingangshalle auf Kaarina Kaikkonens Installation "Blowing in the Wind"  Stefan Müller-Naumann
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Blick in die Eingangshalle mit Durchgang zum Gästetrakt, links Walter Moroders Grundstein für das Lange Haus  Stefan Müller-Naumann
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Empfang und Durchgang in den Speiseraum  Stefan Müller-Naumann
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Langer Tisch, gefertigt in der Holzwerkstatt Markus Faißt  Stefan Müller-Naumann
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Treppenaufgang zur Galerie  Stefan Müller-Naumann
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Materialien  Thomas Dashuber
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Offene Konstruktionsbalken  Thomas Dashuber
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Blick über die Galerie  Stefan Müller-Naumann
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seitlicher Blick in den Giebelsaal  Stefan Müller-Naumann
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Blick in einen der beiden Seminarräume  Stefan Müller-Naumann
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Konstruktionsdetail  Thomas Dashuber
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Blick ins Kaminzimmer  Thomas Dashuber
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Kaminzimmer Detail  Thomas Dashuber
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Blick in den Flur zu den Gästezimmern, an den Wänden die Arbeit "Flustücke" von David Semper  Stefan Müller-Naumann
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Blick in eines der 14 Gästezimmer  Stefan Müller-Naumann
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Blick über den Heuboden  Stefan Müller-Naumann
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Blick in den Stall  Stefan Müller-Naumann
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Abendstimmung  Stefan Müller-Naumann
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Abendlicher Blick von Norden auf Langes Haus, Rentei und Wohnhaus  Stefan Müller-Naumann
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Langes Haus, Blick vom Wirtschaftshof Nantesbuch  Stefan Müller-Naumann

Das Lange Haus ist der zentrale Ort für das Veranstaltungsprogramm der Stiftung Nantesbuch. Hier finden Kulturveranstaltungen, Erkundungen ins Gelände sowie Fach- und Weiterbildungsveranstaltungen statt. Zahlreiche, teils eigens für den Ort geschaffene Kunstwerke prägen den Ort. Sie sind Vorboten für die Kunst aus der Sammlung der Stiftung Nantesbuch, die langfristig in Nantesbuch zu sehen sein wird. Als Veranstaltungsort ist das Lange Haus allerdings kein durchgehend zugängliches Ausstellungsgebäude. Für den Besucher öffnet es sich ausschließlich im Rahmen von Veranstaltungsbesuchen. Einmal im Monat besteht für Interessierte darüber hinaus die Möglichkeit zu einer Führung. Übernachtungsbuchungen im Gästehaus sind nur im Zusammenhang mit ausgewählten Veranstaltungen möglich. 

Architektur für den Ort

Auf dem Standort der ehemaligen Hofstelle Karpfsee ließ Architekt Florian Nagler, Professor für Entwerfen und Konstruieren an der Technischen Universität München die neue Anlage entstehen: Das Lange Haus vereint die beiden ehemaligen zentralen Stallgebäude. Hier verbinden sich landwirtschaftliche Nutzung, Veranstaltungen und Gästehaus unter einem Dach. Auch die zum Weiler gehörende Rentei und das Wohnhaus sind überarbeitete Bestandsgebäude. Das einzige neue Element bildet das Energiehaus als Zentrum für das Energiekonzept des Langen Hauses. 

Nagler macht den "Respekt vor den vorhandenen Strukturen und eine behutsame Weiterentwicklung des Standorts“ zum Grundprinzip seines Entwurfes.

  

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Architekt Florian Nagler zum Bauprojekt

Florian Nagler im Gespräch mit Oliver Herwig zu Ideen und Grundsätzen für das Lange Haus

Oliver Herwig: Herr Nagler, Nantesbuch und den Ort Karpfsee kennen Sie seit Ihrer Kindheit. Was hat Sie an der Bauaufgabe besonders gereizt?

Florian Nagler: Der Ort. Er ist von herausragender Schönheit. Das bedeutet eine besondere Herausforderung, mit dieser Lage umzugehen. Eine solche Baustelle gibt es nicht alle Tage, in einer derart wunderbaren Lage, auf einem Hügel vor der Alpenkette.

O.H.: Was war für Sie der gestalterische Schlüssel?

F.N.: Ich sah vor allem, wie die beiden langen Ställe zueinander standen, oben auf der Kuppe saßen. Wir mussten das Ensemble nur etwas stärken, da die Grundanlage bereits sehr gut war. Von Anfang an war für uns wichtig, dass es sich um ein Umbauprojekt handelt und wir mit der Substanz arbeiten.

O.H.: Nun entstand etwas ziemlich Selbstverständliches: ein 130 Meter langes Gebäude, robust und selbstbewusst, mit einer vielfältigen Nutzung. Dazu kommen weitere Bestandsbauten.

F.N.: Es ging, wie gesagt, um ein Ensemble. Fünf Baukörper standen bereits: zwei Wohngebäude, zwei Ställe und der Wasserturm. Wir nutzten das, was wir vorfanden, nahmen die Einbauten der letzten Jahrzehnte zurück und freuten uns an den guten Grundrissen. In ihrer Grundstruktur erhielten wir die schönen Wohnhäuser.

O.H.: Auch kam Ihnen die Struktur der Ställe entgegen...

F.N.: ... ihre landwirtschaftliche Herkunft. Unten Ställe, oben Tenne. Also dachten wir in dieser Struktur. Unten entstanden kleine Räume: Küche und Zimmer der Seminargäste, dazu Ställe und Werkstätten. Oben öffnen sich unter dem Tragwerk große Seminarräume. Noch in 100 Jahren könnte man wieder ausräumen und etwas anderes daraus machen.

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Zum Energiekonzept für das Lange Haus

Strom, Wärme und Kühle aus Holz und Sonne: Die Themen Natur und Nachhaltigkeit spielen beim Energiekonzept für das Lange Haus die zentrale Rolle. Die Stiftung Nantesbuch hatte hier zum Ziel, ein regeneratives Plusenergiegebäude mit 100 Prozent Stromautarkie zu schaffen. 

Aufgrund der geographischen Lage inmitten von Wald lag es nahe, auf heimisches Holz als Energieträger zu setzen.

Hackschnitzel sorgen nun für die Wärme im Langen Haus. Der nachwachsende Rohstoff wird aber auch zur Stromgewinnung eingesetzt. Das geschieht über die Holz-Kraft-Anlage. So versorgt sich das Anwesen also aus einem Blockheizkraftwerk, das anders als viele andere Modelle jedoch nicht mit Erdgas, sondern mit Holzgas betrieben wird, das direkt vor Ort über einen Verbrennungsprozess hergestellt wird. Und anders als ein erdgas-betriebenes BHKW läuft diese Anlage CO2-neutral. Die Technik ist übrigens nicht neu, sondern eher wiederentdeckt worden. Schon in den 1930er- und 1940er-Jahren wurden Fahrzeuge aufgrund des Treibstoffmangels mit einem Holzvergaser ausgestattet. Die Abwärme aus dem BHKW wird zum Heizen, aber auch zum Trocknen der Hackschnitzel eingesetzt – ein geschlossener Kreislauf also. „Wir sind nah an einem autarken System“, erklärte Architekt Forian Nagler in einem Interview.

Weiterer Strom wird über eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Energiehauses gewonnen. Er soll künftig auch eine Solartankstelle speisen, an der emissionsfreie E-Autos aufladen können. Lediglich der Überschuss an Strom, der nicht selbst verbraucht werden kann, wird ins öffentliche Netz eingespeist.

Wichtig ist aber nicht nur, dass es im Winter schön warm in den Räumen ist, sondern auch, dass es in der Sommerhitze nicht zu heiß wird. Dafür sorgt eine sogenannte freie Kühlung aus Erd-sonden. Das Prinzip ist einfach: Kaltes Wasser aus etwa 100 Metern Tiefe wird durch die Fußboden-, Wand- oder Deckenheizung geleitet und sorgt so für eine Kühlung des Raums.

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Auszeichnungen

Das Büro Florian Nagler Architekten wurde für die Architektur des Langen Hauses mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

  • Auszeichnung beim Balthasar Neumann Preis 2018
    Europäischer Preis für Architektur und Ingenieurleistungen
    für den Umbau des Hofguts Karpfsee


  • Anerkennung beim 4. Wessobrunner Architekturpreis 2018

    Aus dem Urteil der Jury:
    Auf einer Anhöhe im oberbayrischen Alpenvorland, umgeben von einzigartiger Wald, Wiesen- und Moorlandschaft liegt das Hofgut Karpfsee, ruhig - beinahe entrückt - empfängt es den Besucher. Ein langes Haus, zwei Wohnhäuser, Wasserturm und ein Lagergebäude bilden die Gemeinschaft des Weilers. Das „lange Haus“ beeindruckt. Mit 130 m Länge prägt es diesen Ort mit besonderer Kraft und vereint die ehemals aus zwei Stallgebäuden bestehende Hofstelle zu einem neuen. Unter einem Dach sind die landwirtschaftliche Nutzung, der Seminar- und Gastbetrieb untergebracht, in der Mitte liegt die Eingangshalle, die großzügig die einzelnen Bereiche miteinander verbindet. Die vorgefundenen Struktur „unten Ställe oben Tenne“ wird konsequent und überzeugend weiterentwickelt, so befinden sich die kleineren Räume wie Werkstätten, Küche, Speiseraum Gästezimmer im Erdgeschoss und im oberen Geschoss, dem Dachraum, entwickeln sich die großzügigen Raumfolgen der Seminarräume, die das beeindruckende Tragwerk erlebbar machen. Die äussere Erscheinung ist ruhig – gemauertes Erdgeschoss mit kleinen Fensteröffnungen im Stall/Werkstatt und Gästebereich, unterbrochen durch die Tore der Zugänge und der Eingangshalle, im Obergeschoss Holzwerk und Dachstuhl. Im Innern finden sich Materialien wie geglätteter Beton, Dielen aus Weißtanne, Kalkputze, roher Stahl, die die Gesamtkomposition bis ins Detail unterstützen. Es ist der behutsame Umgang mit den vorgefundenen Strukturen und die konsequente Weiterentwicklung derselben, die diesem Ort seine besondere kraft verleihen. Karin Meid-Bächle

Bauverlauf

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Historische Postkarte von der Hofstelle Karpfsee aus dem Jahr 1909
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Zustand der Hofstelle Karpfsee vor Baubeginn  Thilo Haerdtlin
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Zustand der Hofstelle Karpfsee vor Baubeginn  Thilo Haerdtlin
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Verlegung der öffentlichen Straße aus dem Ensemble im Dezember 2014
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Beginn der Abrissarbeiten im Februar 2015
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Baustand zur Grundsteinlegung im Juli 2017  Elias Hassos
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Grundsteinsetzung  Elias Hassos
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Fertig gestelltes Heizhaus als Energiezentrale für das Lange Haus, April 2016  Lioba Schöneck
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Langes Haus in Karpfsee, Rohbauh gedeckt zum Richtfest November 2015
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Bausituation im April 2016  Lioba Schöneck
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Überarbeitung der Nebengebäude, April 2016  Lioba Schöneck
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Bausituation Innenausbau, April 2016  Lioba Schöneck
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Blick ins Tragwerk im September 2016
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Langes Haus, Fassade mit vorgesetztem "Rechen" im September 2016
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Fortgeschrittener Außenbau im September 2016
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Inneneinbauten - hier im Kaminzimmer - im Januar 2017
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Fertiggestellte Begleitgebäude im Januar 2017
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