Nantesbuch

Thema Anthropozän – Die Spur des Menschen

Anthropozän – Phosphor Abbau in Florida  Edward Burtynsky, courtesy Galerie Springer, Berlin / Nicholas Metivier Gallery, Toronto

Natur, wie wir sie im 21. Jahrhundert erleben, ist in überwältigendem Ausmaß eine vom Menschen überformte Natur. Der Mensch verändert die Erde in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Seit der Jahrtausendwende wird daher diskutiert, ein eigenes Erdzeitalter zu definieren, das die geologischen, biologischen und atmosphärischen Wirkungen des Menschen auf der Erde markiert: das Anthropozän.

Der Anthropozän-Diskurs durchdringt mittlerweile zahlreiche Wissenschaftsbereiche. Er hat damit eine bislang ungekannte interdisziplinäre Zusammenarbeit von Natur-, Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften in Gang gesetzt. Je intensiver und vernetzter die Beschäftigung mit der Thematik dabei wird, desto mehr immer neue Perspektiven und Fragen tun sich in allen Disziplinen auf. Wie wird das Anthropozän in Kunst und Medien reflektiert? Welche Auswirkungen hat es langfristig auf das Zusammenleben in der Gesellschaft? Welche Möglichkeiten hat der Mensch, auf die Probleme zu reagieren, ohne sie zu pervertieren?

Das Konzept Anthropozän ist eine starke Linse, um die Beziehungen zwischen Mensch und Umwelt zu betrachten. Diese Linse ist jeweils geprägt durch die kulturellen Hintergründe, vorhandenen Ideen, Werte und Interessen derjenigen, die hindurchblicken. Ist das Anthropozän nun eine geologische, politische oder moralische Angelegenheit? Wo liegen die Schnittstellen zwischen Umweltveränderungen und kulturellen Veränderungen? Wie prägen Wissenspolitik und Wissenshierarchien das Anthropozän? Wer ist das „Wir“ in der Zeit der Menschheit?

Weltbewegendes Thema

Im November 2019 widmete sich die Stiftung Nantesbuch drei Tage lang dem interdisziplinären Diskurs über das Anthropozän. Diese Veranstaltung bildete den Auftakt für eine langfristige Beschäftigung mit im wahrsten Sinne des Wortes weltbewegenden Thema.

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