Das Lange Haus
auf der Hofstelle Karpfsee

Das Lange Haus auf der Hofstelle Karpfsee, Ansicht von West  Stefan Müller-Naumann

Das Lange Haus als Landwirtschaftsgebäude und Gästehaus ist das erste Bauprojekt der Stiftung Nantesbuch auf ihrem Gelände. 

Hier möchte sie in unmittelbarem Kontakt mit der umgebenden Landschaft die Auseinandersetzung mit den Themen Kunst und Natur ermöglichen. Die Eröffnung im Juni 2017 markiert zugleich den Start für die öffentlich wahrnehmbaren Programme der Stiftung Nantesbuch.

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Das Lange Haus, Ansicht von Südwest  Stefan Müller-Naumann
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Ansicht von West  Stefan Müller-Naumann
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Ansicht von Nordwest  Stefan Müller-Naumann
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Blick von Nord in das Ensemble mit Rentei und Wohnhaus (links)  Stefan Müller-Naumann
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Blick durch den Landwirtschaftstrakt
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Blick auf die Terasse Westseite  Stefan Müller-Naumann
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Blick aus der Einstellhalle im Landwirtschaftstrakt  Stefan Müller-Naumann
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Brunnen vor der Eingangshalle  Stefan Müller-Naumann
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Blick in die Eingangshalle  Stefan Müller-Naumann
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Blick in die Eingangshalle auf Kaarina Kaikkonens Installation "Blowing in the Wind"  Stefan Müller-Naumann
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Blick in die Eingangshalle mit Durchgang zum Gästetrakt, links Walter Moroders Grundstein für das Lange Haus  Stefan Müller-Naumann
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Empfang und Durchgang in den Speiseraum  Stefan Müller-Naumann
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Langer Tisch, gefertigt in der Holzwerkstatt Markus Faißt  Stefan Müller-Naumann
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Treppenaufgang zur Galerie  Stefan Müller-Naumann
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Blick über die Galerie  Stefan Müller-Naumann
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Blick über die Galerie Richtung Giebelsaal  Stefan Müller-Naumann
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Blick in den Giebelsaal  Stefan Müller-Naumann
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seitlicher Blick in den Giebelsaal  Stefan Müller-Naumann
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Blick in einen der beiden Seminarräume  Stefan Müller-Naumann
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Blick ins Kaminzimmer mit Bibliothek  Stefan Müller-Naumann
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Blick in den Flur zu den Gästezimmern, an den Wänden die Arbeit "Flustücke" von David Semper  Stefan Müller-Naumann
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Blick in eines der 14 Gästezimmer  Stefan Müller-Naumann
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Im Landwirtschaftstrakt: Blick vom Heuboden in die Einstellhalle  Stefan Müller-Naumann
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Blick über den Heuboden  Stefan Müller-Naumann
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Blick in den Stall  Stefan Müller-Naumann
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Abendstimmung  Stefan Müller-Naumann
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Abendlicher Blick von Norden auf Langes Haus, Rentei und Wohnhaus  Stefan Müller-Naumann
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Langes Haus, Blick vom Wirtschaftshof Nantesbuch  Stefan Müller-Naumann

Florian Nagler - Bauen für den Ort

Auf dem Standort der ehemaligen Hofstelle Karpfsee ließ Architekt Florian Nagler, Professor für Entwerfen und Konstruieren an der Technischen Universität München die neue Anlage entstehen: Das Lange Haus vereint die beiden ehemaligen zentralen Stallgebäude. Hier verbinden sich landwirtschaftliche Nutzung, Veranstaltungen und Gästehaus unter einem Dach. Auch die zum Weiler gehörende Rentei und das Wohnhaus bauen sind überarbeitete Bestandsgebäude. Das einzige neue Element bildet das Energiehaus als Zentrum für das Energiekonzept des Langen Hauses.

Nagler macht den "Respekt vor den vorhandenen Strukturen und eine behutsame Weiterentwicklung des Standorts“ zum Grundprinzip seines Entwurfes.

Karpfsee, Ansicht von Osten  Nagler Architekten

Florian Nagler im Gespräch mit Oliver Herwig zum Bauprojekt Langes Haus

Oliver Herwig: Herr Nagler, Nantesbuch und den Ort Karpfsee kennen Sie seit Ihrer Kindheit. Was hat Sie an der Bauaufgabe besonders gereizt?

Florian Nagler: Der Ort. Er ist von herausragender Schönheit. Das bedeutet eine besondere Herausforderung, mit dieser Lage umzugehen. Eine solche Baustelle gibt es nicht alle Tage, in einer derart wunderbaren Lage, auf einem Hügel vor der Alpenkette.

O.H.: Was war für Sie der gestalterische Schlüssel?

F.N.: Ich sah vor allem, wie die beiden langen Ställe zueinander standen, oben auf der Kuppe saßen. Wir mussten das Ensemble nur etwas stärken, da die Grundanlage bereits sehr gut war. Von Anfang an war für uns wichtig, dass es sich um ein Umbauprojekt handelt und wir mit der Substanz arbeiten.

O.H.: Nun entstand etwas ziemlich Selbstverständliches: ein 130 Meter langes Gebäude, robust und selbstbewusst, mit einer vielfältigen Nutzung. Dazu kommen weitere Bestandsbauten.

F.N.: Es ging, wie gesagt, um ein Ensemble. Fünf Baukörper standen bereits: zwei Wohngebäude, zwei Ställe und der Wasserturm. Wir nutzten das, was wir vorfanden, nahmen die Einbauten der letzten Jahrzehnte zurück und freuten uns an den guten Grundrissen. In ihrer Grundstruktur erhielten wir die schönen Wohnhäuser.

O.H.: Auch kam Ihnen die Struktur der Ställe entgegen...

F.N.: ... ihre landwirtschaftliche Herkunft. Unten Ställe, oben Tenne. Also dachten wir in dieser Struktur. Unten entstanden kleine Räume: Küche und Zimmer der Seminargäste, dazu Ställe und Werkstätten. Oben öffnen sich unter dem Tragwerk große Seminarräume. Noch in 100 Jahren könnte man wieder ausräumen und etwas anderes daraus machen.

O.H.: Welche Rolle haben die Pole Kunst und Natur beim Bauen gespielt?

F.N.: Diese scheinbare Dualität war der Grund, aus zwei Ställen ein Haus zu formen: Hier wird nichts auseinanderdividiert, vielmehr vereinen wir alles unter einem Dach. Es befördert den Kontakt von Kunst und Landwirtschaft, wenn man sich zwanglos über den Weg läuft. Es ist gut, wenn es dazu kommt – und das versinnbildlicht das lange gemeinsame Dach.

O.H.: Und die Bautradition?

F.N.: Auf den Kontext Oberland und seine Bautraditionen nehmen wir ganz lapidar Bezug. Wir haben an der Struktur der Gebäude so gut wie nichts geändert. Beim Stall blieb es bei dem Prinzip unten massiv, oben Holzkonstruktion – auch das ist typisch. Zugleich haben wir viel von den Erdgeschossen erhalten. Später wird man spüren, dass dies kein Neubau ist, sondern auf dem Bestand aufbaut, und das ist ganz wichtig für den Charakter des Ortes. Er lebt an jeder Ecke von Dingen, die wir erhalten und wieder ins Gesamtkonzept eingebunden haben.

O.H.: Damit sind wir beim Thema Nachhaltigkeit.

F.N.: Wir nutzen das Material vor Ort. Die Mauern blieben stehen. Wo gemauert wurde, mauern wir weiter, mit Ziegeln. Darüber gibt es eine Konstruktion aus Vollholzquerschnitten, die für alle Bereiche tauglich ist: von der Bergehalle bis zum Seminargebäude. Sie bildet ein verbindendes Element für das ganze Haus. Als Kontrast dazu gibt es im Seminarbereich größere Verglasungen. Beton wurde nur dort verwendet, wo er konstruktiv notwendig war, dazu kamen ein rotes Ziegeldach und Blechvordächer.

O.H.: Und das Energiekonzept?

F.N.: Das entwickelten wir zusammen mit Spezialisten. Wir wollten die Ressourcen vor Ort zu nutzen. Nantesbuch verfügt über 100 ha Wald. Allein bei der jährlichen Durchforstung fallen rund 280 Kubikmeter Holz an. Da lag es nahe, diesen „Abfall“ als Hackschnitzel zu nutzen und zumindest Karpfsee locker damit zu heizen. Dazu gibt es ein Holz-Gas-Blockheizkraftwerk, um eigenen Strom zu gewinnen. Wir sind nah an einem autarken System.

O.H.: Was bedeutet dieses Projekt für die Umgebung?

F.N.: Zunächst geht es darum, ein gutes Beispiel zu setzen, wie man mit der Landschaft umgehen kann. Und das in Verbindung mit Kunst – das ist das Beste, was so ein Projekt in der Architektur leisten kann: ein gutes Beispiel geben, ohne aufzutrumpfen.

Bauverlauf

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Historische Postkarte von der Hofstelle Karpfsee aus dem Jahr 1909
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Zustand der Hofstelle Karpfsee vor Baubeginn  Thilo Haerdtlin
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Zustand der Hofstelle Karpfsee vor Baubeginn  Thilo Haerdtlin
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Verlegung der öffentlichen Straße aus dem Ensemble im Dezember 2014
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Beginn der Abrissarbeiten im Februar 2015
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Baustand zur Grundsteinlegung im Juli 2017  Elias Hassos
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Grundsteinsetzung  Elias Hassos
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Fertig gestelltes Heizhaus als Energiezentrale für das Lange Haus, April 2016  Lioba Schöneck
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Langes Haus in Karpfsee, Rohbauh gedeckt zum Richtfest November 2015
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Bausituation im April 2016  Lioba Schöneck
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Überarbeitung der Nebengebäude, April 2016  Lioba Schöneck
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Bausituation Innenausbau, April 2016  Lioba Schöneck
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Blick ins Tragwerk im September 2016
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Langes Haus, Fassade mit vorgesetztem "Rechen" im September 2016
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Fortgeschrittener Außenbau im September 2016
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Inneneinbauten - hier im Kaminzimmer - im Januar 2017
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Fertiggestellte Begleitgebäude im Januar 2017
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