KulturTagJahr

Das KulturTagJahr ist ein interdisziplinäres Format kultureller Bildung mit dem Ziel, ästhetische Bildung in den Schulalltag zu implementieren, und damit möglichst vielen jungen Menschen zugänglich zu machen.

Ziel des KulturTagJahres ist es, die Schüler und ihre Lehrer in enger Zusammenarbeit mit professionellen Künstlern in verschiedene künstlerische Techniken einzuführen. Das eigene Erleben und kreative Ausprobieren stehen dabei im Mittelpunkt – losgelöst von der Stunden- und Klassenstruktur des Schulalltags.

Ausgangspunkt für die künstlerische Bearbeitung sind Wahrnehmungen und Erkenntnisse der Jugendlichen aus und in der Natur sowie die Begegnung mit Kunstwerken und Ausdrucksformen zeitgenössischer Kunst.

Das aktuelle KulturTagJahr am Münchner Luitpold-Gymnasium

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wachsen
... ist das Thema des KulturTagJahrs 2016/17.
115 Schülerinnen und Schüler des Münchner Luitpold-Gymnasiums nähern sich gemeinsam mit 40 professionellen Künstlerinnen und Künstlern ein Schuljahr lang dem Prinzip des Werdens, Seins und Vergehens. Dabei nehmen sie die unterschiedlichsten Blickwinkel ein und erkunden die Mittel der Bildenden Kunst und des Tanzes, die Sprache von Literatur und Schauspiel sowie der Filmkunst und der Musik.

Entstehung

Das KulturTagJahr, von der ALTANA Kulturstiftung, der Schwesterstiftung der Stiftung Nantesbuch, entwickelt und hat sich seit sieben Jahren an mehreren Schulen im Rhein-Main-Gebiet etabliert. Seit dem Schuljahr 2014/15 wird es von der Stiftung Nantesbuch mit den Schülerinnen und Schülern der jeweils 7. Jahrgangsstufe des Luitpold-Gymnasiums in München durchgeführt. Die Stiftung Nantesbuch greift dafür auf ein Netzwerk hochrangiger Partner zurück.

... weil es die Schönheit ist, durch welche man zur Freiheit wandert ...

Friedrich Schiller

Ablauf

Im KulturTagJahr widmen sich alle Schüler eines Jahrgangs während des gesamten Schuljahres an jeweils einem Tag pro Woche ausschließlich der Kultur: Dabei arbeiten sie gemeinsam mit Künstlern der Sparten Musik, Literatur & Schauspiel, Tanz, Film und Bildende Kunst.

Ein KulturTagJahr verläuft in mehreren Phasen, während derer sich die Schüler zunächst einmal wöchentlich mit Techniken, Denkweisen und besonderen Anforderungen einzelner Kunstgattungen intensiv vertraut machen. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Künstler der verschiedenen Professionen: Bildende Künstler, Musiker, Tänzer, Schauspieler oder Filmemacher. Ziel ist es, den jungen Menschen Begegnungen mit authentischen Persönlichkeiten der Kultur zu ermöglichen – den Profis. 

Jeder einzelnen Phase folgt eine Zwischenpräsentation – eine Art Werkschau. Hier zeigen die Schüler, was in den jeweiligen Phasen entstanden ist.

Zum Ende des KulturTagJahrs vernetzen sich die einzelnen Disziplinen und gemeinsam arbeiten die Schüler auf das große Finale hin: Die öffentliche Abschlussaufführung, die alle Aspekte des KulturTagJahres zu einem Gesamtkunstwerk zusammenführt.

Auf dem Gelände des Kreativquartiers München in der Dachauer Straße bereiten die Schüler in der letzten – interdisziplinären – Phase des KulturTagJahrs die große gemeinsame Abschlussaufführung vor. In den dortigen Räumen wie dem Mucca Munich center of community arts erzählen sie von ihrem KulturTagJahr. 

Was man nicht kennt, danach sehnt man sich nicht.

Zoltán Kodaly (Komponist)

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Auftakt

Das KulturTagJahr in München startet mit einer großen Auftaktveranstaltung, die Schüler, Lehrer, Künstler und Partner zusammenbringt. Als "Kickoff" finden an zwei intensiven Tagen erste Workshops statt, an denen die Schüler bereits Kontakt zu Kunst und Kunstwerken aufnehmen, aber auch im Freien arbeiten.
Das KulturTagJahr erhält ein Jahresthema, das inhaltliche Orientierung für die gemeinsame Arbeit bietet.

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Einstiegsphase Bildende Kunst

In den ersten sechs Wochen arbeiten die Schüler im Bereich der Bildenden Kunst. In dieser Zeit setzen sie sich mit unterschiedlichen künstlerischen Techniken auseinander und machen auch vor großformatigen Arbeiten nicht Halt.
Neben den gewohnten Klassenzimmern in der Schule lernen die Kinder neue Schaffensräume kennen, wie z.B. die Pinakothek der Moderne, Ateliers der beteiligten Künstler oder auch die Natur, die zur künstlerischen Auseinandersetzung einladen. Die Zusammenarbeit mit den professionellen Bildenden Künstlern und deren Blick auf das Thema hilft, gewohnte Denk- und Herangehensweisen aufzubrechen.

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Phase Musik

Für die Musikphase  "schnuppern" die Schüler eine Woche lang in den Bereich der zeitgenössischen Musik. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Münchner Rundfunkorchesters experimentieren, improvisieren und komponieren die Schüler unabhängig von ihren musikalischen Vorkenntnissen. Im Mittelpunkt der kreativen Auseinandersetzung stehen Rhythmen und Klangfarben. Viele verschiedene Instrumente werden ausprobiert - auch Body Percussion und die eigene Stimme. Vor allem dürfen die Jugendlichen eines: ausprobieren und selbermachen. Zum Abschluss bringen die Schüler die Ergebnisse auch zu Gehör: im Studio 1 des Funkhauses des Bayerischen Rundfunks.

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Phase Tanz

Unmittelbare Erfahrungen mit zeitgenössischen Bewegungsformen sind das Ziel der Tanzphase; für die meisten Schüler eine sehr ungewohnte Ausdrucksform. Mit professionellen Bühnentänzern erproben sie, wie sich Leichtigkeit und Schwere oder zielgerichtetes und scheinbar zielloses Bewegen im zeitgenössischen Tanz ausdrücken lassen. Dazu gehören auch Partnerarbeit und Improvisation.

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Phase Literatur & Schauspiel

In interdisziplinären Teams arbeiten während der Literatur & Schauspiel-Phase Autoren, Schauspieler und Performance-Künstler mit den Schülern. Hier geht es um die Beschäftigung mit Text, Sprache und Bewegung als künstlerischen Ausdrucksmitteln. Im Rahmen einer "öffentlichen Probe" setzen die Schüler schließlich ihre Texte schauspielerisch in Szene.

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Phase Filmkunst

Die Hochschule für Film und Fernsehen München ist Partner für die Filmphase. An einem langen Projektwochenende beschäftigen sich die Schüler intensiv mit der Technik und der Sprache des Films vor und hinter der Kamera und setzen gemeinsam mit Filmemachern der HFF eigene kleine Filmprojekte um.

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Mixed-Phase

In der letzten Arbeitsphase, der sogenannten Mixed-Phase entstehen besonders intensive Begegnungen mit den verschiedenen Künsten: Die Schüler arbeiten interdisziplinär in Gruppen mit kleinen Teams von Künstlern verschiedener Gattungen. Diese Zeit motiviert die Schüler – inzwischen mit den Künsten vertraut – zu einem selbstbewussten "Crossover" künstlerischen Ausdrucks. Gemeinsam arbeiten die Schüler auf die interdisziplinäre Abschlussaufführung hin.

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Abschluss

Ein ganzes Jahr Bildender Kunst, Musik, Literatur & Schauspiel, Tanz und Film geht ins Finale: Unter professioneller Regie entwickeln Schüler und Künstler ein abendfüllendes Bühnenprogramm, das alle Aspekte künstlerischen Denkens und Handelns zusammenfließen lässt. Auf großer öffentlicher Bühne wirken alle Schülerinnen und Schüler zusammen. Die eigenen Artefakte, Kompositionen, Choreografien und Texte, Licht, Video, Ton – alles greift ineinander, verdichtet sich und stiftet Sinn für einen unverwechselbaren KulturTagJahr-Abschluss.

Ja, jetzt ist man auch mit dem Denken einen Schritt weiter, man hat mehr Möglichkeiten, man weiß irgendwie auch mehr, man hat mehr Ideen und ja, man hat den Begriff „Kunst“ neu erlebt, neu verstanden.

Schülerin, KulturTagJahr-Teilnehmerin

Archiv

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KulturTagJahr 2015/2016

Zum zweiten Mal gingen im Schuljahr 2015/16 die Schüler der siebten Jahrgangsstufe des Luitpold-Gymnasiums auf eine ganzjährige Reise in die Welt der Kunst: Jeden Dienstag befassen sie sich gemeinsam mit 30 professionellen Künstlern ausschließlich mit künstlerischen Fragen und Techniken. Inhaltlich dreht sich in diesem Jahr alles um das Thema "Moorwald".

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KulturTagJahr 2014/15

Mit dem Auftakt am 15. Oktober 2014 startete das erste KulturTagJahr in München

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